Kleingeist auf Reisen
Gleich vorab: Ich möchte hier weder für die eine, noch für die andere Seite Partei ergreifen, noch bewerten was richtig oder falsch ist.
Unseren letzten Urlaub haben wir in Ägypten verbracht. Natürlich mittels Pauschalreise in einer Hotelanlage mit AI. Diese Anlagen braucht Ihr die kompletten Wochen nicht zu verlassen. Neben Pools, Entspannung, Spaß sowie Essen und Trinken habt Ihr gleich auch nen Arzt und ne Apotheke dabei.
Aber – wir wollten ja was sehen.
Also haben wir einen Ausflug nach Luxor und einen Ausflug nach Kairo unternommen. Beides recht individuell und mit eigenem Reiseführer für uns Drei. Von den beeinduckenden Bauwerken möchte ich hier gar nicht schreiben. Ich kann Euch nur sagen, dass Euch teilweise selbst bei über 40 Grad Gänsehaut überkommt. Hammer!
Berichten möchte ich von zwei Gegebenheiten, die mich stark bewegt haben.
Wir waren dort zu Zeiten des Ramadans.
Als wir abends von unserem Luxor Ausflug zurück durchs Gebirge fuhren stand auf einmal ein Pickup mitten auf dem Highway. Unser Fahrer bremste ab und meinte, ich solle mal das Fenster runterkurbeln. Gereicht wurden uns – wie selbstverständlich – Datteln, Süßigkeiten und Getränke und dies nicht nur für unseren Fahrer, nein wir alle erhielten ein kostenloses Verpflegungspack.
In Kairo waren wir auf dem berühmten Basar. Nach einer halben Stunden hatten wir Europäer uns jedoch komplett zwischen all den Gassen und Häusern und hunderten von Menschen verlaufen. Wir waren echt bedient und nachdem dann auch noch ein Schaf auf “offener Straße” geschächtet wurde, war dann für uns der Ofen aus. Dies soll jetzt nichts heißen und ich möchte dies auch nicht bewerten, aber wir Europäer sind mit solchen Basaren, dem Handel und den Gegenbenheiten dort total überfordert. Hier braucht mir auch keiner zu sagen, dass dies nur daran liegt, wie cool, uncool oder spießig man ist. Nein, das ist eine ganz andere Welt.
Auf jeden Fall haben wir uns dann zurückgezogen und uns auf eine Parkbank gesetzt. Um uns herum saßen selbstverstänlich ausschließlich Einheimische. Und natürlich führten diese vielen und fremdartigen Eindrücke, Geräusche und Sprachen bei uns zu einer gewissen Angst. Es wurde nun dunkler und die Zeit des Essens war gekommen. Alle Leute packten Ihre Essenssachen aus und fingen an zu speisen.
Auf einmal stand jemand neben uns und bot uns Datteln an, ein anderer kam und gab uns Süßspeisen.
Beide Situationen waren nur kleine Gesten, aber würdet Ihr z.B. in der Weihnachtszeit durch die Straßen gehen und Eure Plätzchen verteilen?






